9872 - Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 26. September 2016 eingegangenen Antworten der Bundesregierung

Deutscher Bundestag Drucksache 18. Wahlperiode 18/9872 30.09.2016 Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 26. September 2016 eingegangenen An...

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Deutscher Bundestag

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18. Wahlperiode

18/9872 30.09.2016

Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 26. September 2016 eingegangenen Antworten der Bundesregierung

Verzeichnis der Fragenden Abgeordnete

Nummer der Frage

Aken, Jan van (DIE LINKE.) ............................... 3, 33 Amtsberg, Luise (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) .......................... 4, 5, 6 Brantner, Franziska, Dr. (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ................................ 26

Abgeordnete

Nummer der Frage

Lindner, Tobias, Dr. (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ............................... 24 Lötzsch, Gesine, Dr. (DIE LINKE.) ........ 10, 11, 17, 18 Mutlu, Özcan (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) .......... 8

Ebner, Harald (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ........ 19

Notz, Konstantin von, Dr. (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ................................. 2

Gambke, Thomas, Dr. (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ................................ 34

Ostendorff, Friedrich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ............................... 20

Keul, Katja (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ............ 23

Post, Florian (SPD) ............................................. 12, 13

Kipping, Katja (DIE LINKE.) .................................. 15

Pothmer, Brigitte (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ..... 9

Korte, Jan (DIE LINKE.) ............................................ 7

Ramsauer, Peter, Dr. (CDU/CSU) ............................ 25

Kühn, Stephan (Dresden) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ...................... 1, 30, 31

Tackmann, Kirsten, Dr. (DIE LINKE.) ............... 21, 22

Kunert, Katrin (DIE LINKE.) ................................... 32 Kurth, Markus (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ....... 16 Lay, Caren (DIE LINKE.) ........................................ 35 Lemke, Steffi (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ......... 36

Tressel, Markus (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ..... 37 Weinberg, Harald (DIE LINKE.) ........................ 27, 28 Wöllert, Birgit (DIE LINKE.) ............................. 14, 29

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– II –

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Verzeichnis der Fragen nach Geschäftsbereichen der Bundesregierung Seite

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie Kühn, Stephan (Dresden) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Position der Bundesregierung zur Empfeh­ lung der Mineralölkonzerne zur Einstellung des Verkaufs von Erdgas an Tankstellen ......

1

Notz, Konstantin von, Dr. (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Gesetzliche Regelung zur Sicherung des Zu­ gangs zu einem Funknetz ..............................

1

Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern Aken, Jan van (DIE LINKE.) Nebentätigkeiten von Bundesbeamten am Dienstort Hamburg ........................................

2

Post, Florian (SPD) Verkauf von bundeseigenen Grundstücken in der Mortonstraße in München an Privat­ investoren ......................................................

6

Wöllert, Birgit (DIE LINKE.) Zuwendungen an die Lausitzer und Mittel­ deutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft.....

7

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales Kipping, Katja (DIE LINKE.) Referenzgruppen in den Einkommens- und Verbrauchsstichproben 2008 und 2013 für die Ermittlung des Regelbedarfs für Leis­ tungen der Grundsicherung nach SGB II und SGB XII .................................................

8

Kurth, Markus (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Absinken des gesetzlichen Rentenniveaus .... 14

Amtsberg, Luise (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Abschiebung abgelehnter Asylbewerber nach Kabul im Rahmen eines möglichen Rückübernahmeabkommens mit Afghanis­ tan ..................................................................

2

Korte, Jan (DIE LINKE.) Analyse des Bundesnachrichtendienstes zur Nähe der Türkei zu islamistischen Gruppie­ rungen............................................................

3

Lötzsch, Gesine, Dr. (DIE LINKE.) Mögliche finanzielle Auswirkungen der Än­ derung des § 44 SGB XII vom 1. Januar 2016 auf Rentenempfänger mit Bezug der Grundsicherung ............................................. 14

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

Mutlu, Özcan (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Unterschiede zwischen den Trägern von In­ tegrationskursen in Bezug auf die Abbre­ cher- und Erfolgsquote ..................................

4

Pothmer, Brigitte (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Anträge auf Aufenthaltserlaubnis zur Ar­ beitsplatzsuche seit 2015 ...............................

5

Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen Lötzsch, Gesine, Dr. (DIE LINKE.) Gespräche von Vertretern des Bundesminis­ teriums der Finanzen mit Lobbygruppen des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte.............................................

Seite

5

Ebner, Harald (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Anträge auf Zulassung von Pestiziden mit den Wirkstoffen Flupyradifuron und Cyantraniliprol .............................................. 16 Ostendorff, Friedrich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Position des Bundesministerium für Ernäh­ rung und Landwirtschaft zur Übernahmeab­ sicht von Monsanto durch die Bayer AG im Hinblick auf die Situation der Landwirte ...... 16 Tackmann, Kirsten, Dr. (DIE LINKE.) Insolvenzverfahren des Unternehmens KTG Agrar SE........................................................ 17 Prüfung der Privatisierung bundeseigener Äcker, Wiesen und Wälder durch die Bo­ denverwertungs- und -verwaltungs GmbH ... 18

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Seite

Seite

Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

Keul, Katja (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Zweck der Aufklärungsflüge deutscher Tor­ nados über Syrien .......................................... 19

Kühn, Stephan (Dresden) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Interessenkonflikte bei der Flughafen-Ent­ geltregulierung .............................................. 25 Parkplätze ohne sanitäre Anlagen an Bun­ desstraßen ...................................................... 25

Lindner, Tobias, Dr. (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Beschaffung von unbemannten Flugsyste­ men für die Marine ........................................ 20 Ramsauer, Peter, Dr. (CDU/CSU) Planung des Richtfests zum Neubau der „LIED-Halle“ durch die Wehrtechnische Dienststelle 52 ............................................... 21

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Brantner, Franziska, Dr. (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Vorlage eines Gesetzentwurfs zum An­ spruch auf Nachmittagsbetreuung für Schul­ kinder ............................................................ 21

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit Weinberg, Harald (DIE LINKE.) Finanzierung der Umsetzung der Psychiatrie-Personalverordnung ................................ 22 Mögliche Beeinträchtigung der Hygiene­ standards in Operationsräumen durch die Umsetzung des geplanten Abnahmeverfah­ rens für raumlufttechnische Anlagen ............ 23 Wöllert, Birgit (DIE LINKE.) Ergebnisse der Evaluation der Modellversu­ che zur Akademisierung bei den Hebam­ men, Logopäden, Physio- und Ergothera­ peuten ............................................................ 24

Kunert, Katrin (DIE LINKE.) Veränderte Einstufung der geplanten B 190n im Bundesverkehrswegeplan 2003 bzw. im Bundesverkehrswegeplan 2030 ..................... 26

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktor­ sicherheit Aken, Jan van (DIE LINKE.) Beantragung von Wohngeld durch Bundes­ beamte am Dienstort Hamburg ..................... 26 Gambke, Thomas, Dr. (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Entnahmemöglichkeiten von Batterien bzw. Akkus bei Elektrogeräten seit Einführung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes ... 27 Lay, Caren (DIE LINKE.) Wohnungsbauförderung mit Mitteln für den sozialen Wohnungsbau im Jahr 2015 ............ 27 Lemke, Steffi (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Bildung eines eigenständigen EU-Fonds für Naturschutz ................................................... 29 Tressel, Markus (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Entwicklung der Verwertungsquoten bei der „Gelben Tonne“ im Saarland seit 2005 ......... 29

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Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie 1. Abgeordneter Stephan Kühn (Dresden) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Sieht die Bundesregierung in der jüngsten Emp­ fehlung der fünf großen Mineralölkonzerne an die Tankstellenbetreiber, den Verkauf von Erdgas einzustellen, einen unzulässigen Eingriff in den Energiemarkt, und gibt es aus Sicht der Bundes­ regierung eine Veranlassung bzw. Möglichkeit, dagegen kartellrechtlich bzw. nach dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen vorzugehen?

Antwort des Staatssekretärs Matthias Machnig vom 26. September 2016 Aus Sicht der Bundesregierung handelt es sich bei den Empfehlungen der Mineralölgesellschaften, Betankungen mit komprimiertem Erdgas zu beschränken, um Vorsorgemaßnahmen. Es ist nicht ersichtlich, wes­ halb diese vorsorglichen Maßnahmen unzulässig oder ein unzulässiger Eingriff in den „Energiemarkt“ sein sollen. Die Entscheidung, ob Anlass bzw. die Möglichkeit besteht, gegen die Empfehlungen kartellrechtlich, d. h. nach dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen, vorzugehen, liegt bei der zuständigen Kartellbehörde. Zu berücksichtigen ist, dass Betankungen mit komprimiertem Erdgas mit wenigen Einschränkungen inzwischen wieder möglich sind.

2. Abgeordneter Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Wird die Bundesregierung, auch vor dem Hinter­ grund der Ankündigung, die Auswirkungen der jüngsten Reform des Telemediengesetzes (TMG) erst im Jahr 2018 evaluieren zu wollen, das ge­ rade erlassene Urteil des Europäischen Gerichts­ hofs (Urteil vom 15. September 2016, Az.: C-484/14) zum Anlass nehmen, gesetzgebe­ risch umgehend nachzubessern und gerichtliche Anordnungen zur Sicherung des Zugangs zu ei­ nem Funknetz per nachträglicher Passwortsiche­ rung und Nutzeridentifikation vollständig auszu­ schließen, indem man zivilrechtliche Unterlas­ sungsansprüche, wie es auch die sich aus der Ge­ setzesbegründung ergebende Intention des natio­ nalen Gesetzgebers war, im Gesetzestext selbst rechtssicher ausschließt?

Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Brigitte Zypries vom 27. September 2016 Die Auswertung des Urteils des Europäischen Gerichtshofs vom 15. September 2016 (Rs. C-484/14, Mc Fadden) ist noch nicht abge­ schlossen. Sobald dies der Fall ist, wird die Bundesregierung prüfen, ob eine Gesetzesänderung erforderlich ist und wie diese im Einzelnen aus­ gestaltet werden könnte.

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Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern 3. Abgeordneter Jan van Aken (DIE LINKE.)

Wie viele Beamte des Bundes mit Dienstort Ham­ burg gehen nach Kenntnis der Bundesregierung einer zweiten Beschäftigung nach (bitte Zahlen für die Jahre von 2012 bis 2015 angeben)?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Günter Krings vom 29. September 2016 Nach Kenntnis der Bundesregierung gingen in den Jahren 2012 2013 2014 2015

358 352 369 388

Beamte des Bundes mit Dienstort Hamburg einer zweiten Beschäftigung nach. Maßgeblich ist die Wirksamkeit der Anzeige bzw. der Genehmigung im jeweiligen Kalenderjahr.

4. Abgeordnete Luise Amtsberg (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Trifft es zu, dass die Bundesregierung beabsich­ tigt, afghanische Staatsangehörige, deren Asyl­ verfahren abgelehnt wurde, in einer Größenord­ nung von ca. 40 000 Personen im Rahmen eines Rückübernahmeabkommens, welches derzeit mit der afghanischen Regierung verhandelt wird, nach Kabul abschieben zu wollen, www.n-tv.de/ politik/Bund-will-Tausende-Afghanen-abschiebenarticle18609471.html?

5. Abgeordnete Luise Amtsberg (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Wird die Bundesregierung im Zusammenhang mit dem Rückübernahmeabkommen mit der Isla­ mischen Republik Afghanistan neben den Gel­ dern im Rahmen der Entwicklungszusammenar­ beit und den Reisebeihilfen über die REAG/ GARP-Programme hinaus zusätzliche Gelder zur Reintegration der Rückkehrer bereitstellen, und wenn nein, warum nicht?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder vom 26. September 2016 Die Fragen 4 und 5 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemein­ sam beantwortet. Es besteht weder ein bilaterales Rückübernahmeabkommen zwischen Deutschland und Afghanistan, noch ist der Abschluss eines solchen Ab­ kommens seitens der Bundesregierung derzeit geplant. Die Bundesre­ gierung steht in engem Kontakt mit der afghanischen Regierung, um die

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Zusammenarbeit im Bereich der irregulären Migration deutlich zu ver­ bessern. Das betrifft zum Beispiel die Erteilung von Ausweispapieren für die Rückkehr durch die afghanische Botschaft und die afghanischen Generalkonsulate in Deutschland sowie Verfahrensfragen für die Rück­ kehr und Rückführung. Zu diesem Zweck arbeiten die Bundesregierung und die Islamische Republik Afghanistan an einer Gemeinsamen Ab­ sichtserklärung zur Zusammenarbeit im Bereich der irregulären Migra­ tion. Unabhängig davon beabsichtigt die Bundesregierung, die Rückfüh­ rung von illegal aufhältigen Drittstaatsangehörigen aus Afghanistan in ihr Heimatland zu intensivieren. Die Bundesregierung setzt ihr politisch-ziviles Engagement in Afgha­ nistan fort und trägt mit 430 Mio. Euro jährlich auf hohem Niveau zum zivilen Wiederaufbau des Landes bei. Daneben unterstützt die Bundes­ regierung afghanische Rückkehrer über das Bund-Länder-Programm zur Förderung der freiwilligen Rückkehr (REAG/GARP). Hinzu kommen Reintegrationsleistungen aus dem Programm ERIN (European Rein­ tegration Instruments Network), an dem sich auch Deutschland beteiligt.

6. Abgeordnete Luise Amtsberg (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Wie beabsichtigt die Bundesregierung sicherzu­ stellen, dass rückgeführte afghanische Staatsan­ gehörige von Kabul tatsächlich sichere Regionen in Afghanistan erreichen können?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder vom 26. September 2016 Die Bundesregierung steht auch künftig für sämtliche Reisekosten ein, die im Zusammenhang mit Rückführungen nach Afghanistan entstehen. Das beinhaltet auch eine Reisebeihilfe für freiwillige Rückkehrer, die im Rahmen des REAG/GARP gefördert werden. Sofern der Ankunftsort der zurückgeführten afghanischen Staatsangehörigen in Afghanistan nicht zugleich der Zielort der Rückführung ist, liegt der weitere inländi­ sche Transfer in der Verantwortung der zuständigen afghanischen Be­ hörden.

7. Abgeordneter Jan Korte (DIE LINKE.)

Bezugnehmend auf die Antworten der Bundesre­ gierung auf meine Schriftlichen Fragen 17, Bundestagsdrucksache 18/9476, 1, Bundestags­ drucksache 18/9512 und 32, Bundestagsdrucksa­ che 18/9595 frage ich die Bundesregierung, wel­ che Konsequenzen sie aus den Erkenntnissen und Analysen des Bundesnachrichtendienstes (BND) der letzten Jahre zieht, die ergeben, dass sich die Türkei kontinuierlich „zur zentralen Aktionsplatt­ form für islamistische Gruppierungen“ und is­ lamistischen Terrorismus im Nahen und Mittle­ ren Osten entwickelt hat, und für welche anderen Staaten der Region kommt der BND ebenfalls zur Schlussfolgerung, dass der islamistische Ter­ rorismus sie als Aktionsplattform nutzen kann (bitte entsprechend aufführen)?

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Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Günter Krings vom 27. September 2016 Der in der Fragestellung aufgebrachte Aspekt stellt nur einen einzelnen und sehr verkürzt dargestellten Ausschnitt aus den komplexen Verhält­ nissen in der Türkei dar. Aus Sicht der Bundesregierung ist die Türkei nach wie vor aus mehrfachen Gründen ein für Deutschland besonders wichtiger Partner. Die derzeit mit Schwerpunkt in Syrien aktiven terroristischen Strukturen haben eine Ausstrahlungswirkung auf die gesamte Region. Im Übrigen wird auf die Antwort der Bundesregierung zu Ihrer Schriftlichen Frage 32 auf Bundestagsdrucksache 18/9595 verwiesen.

8. Abgeordneter Özcan Mutlu (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung zu Unterschieden zwischen den Trägern von Integrationskursen in den einzelnen Bundesländern oder Kommunen in Bezug auf die Abbrecher- und Erfolgsquote der Teilnehmerinnen und Teilneh­ mer, und wie wird sich die Bundesregierung, auch mit finanzieller Unterstützung, für eine Vernet­ zung zwischen den Ländern und somit eine qua­ litative Verbesserung von Integrationskursen einsetzen?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Günter Krings vom 28. September 2016 Der Bundesregierung liegen über die Abbrecherquoten von Teilnehme­ rinnen und Teilnehmern an Integrationskursen keine nach Trägern dif­ ferenzierten Erkenntnisse vor. Bei den Bestehensquoten des DTZ (Deutschtest für Zuwanderer) gibt es Unterschiede zwischen den Trägern in den Ländern. Maßgebliche Fak­ toren sind hierbei jedoch die Teilnehmerzusammensetzung (v. a. Alter und Alphabetisierungsbedarf) und ein sich daraus ergebendes unter­ schiedliches Leistungsniveau. Aus den Bestehensquoten allein lässt sich deswegen kein Rückschluss auf die Qualität der Integrationskurse der einzelnen Träger ziehen. Ein Austausch mit den Ländern über Fragen der Integration findet etwa in der Bewertungskommission nach § 21 der Integrationskurs-Verord­ nung statt. Daneben sollen künftig regelmäßige Bund-/BAMF-LänderGespräche (BAMF – Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) treten.

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9. Abgeordnete Brigitte Pothmer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

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Wie viele Anträge auf Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitsplatzsuche nach § 18c des Aufenthaltsge­ setzes (AufenthG) wurden nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahr 2015 und im ersten Halbjahr 2016 jeweils gestellt, und wie viele die­ ser Anträge wurden jeweils abgelehnt bzw. posi­ tiv entschieden (bitte, wenn möglich, auch den Ablehnungsgrund angeben, z. B. Nachweis der Lebensunterhaltssicherung nicht ausreichend oder Hochschulabschluss nicht als vergleichbar anerkannt etc.)?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder vom 27. September 2016 Ausweislich des Ausländerzentralregisters (AZR) wurden 192 Aufent­ haltserlaubnisse nach § 18c AufenthG im Jahr 2015 und 164 im ersten Halbjahr 2016 erteilt. Zu der Anzahl der entsprechend gestellten Anträge sowie der Ablehnungen liegen Erkenntnisse ebenso wenig vor wie zu den Ablehnungsgründen, da derartige Sachverhalte im AZR nicht erfasst werden. Im Übrigen hält sich die Mehrzahl der einen Arbeitsplatz suchenden Ausländer aufgrund eines entsprechenden Langzeitvisums (D-Visum) in Deutschland auf, so dass für diese Personen regelmäßig keine Eintra­ gung zu § 18c AufenthG im allgemeinen Datenbestand des AZR erfolgt. Nach Angaben der Visa-Statistik des Auswärtigen Amts wurden im Jahr 2015 insgesamt 1 793 D-Visa zur Arbeitsplatzsuche beantragt und 1 448 erteilt. Im ersten Halbjahr 2016 waren es 1 117 Anträge und 933 erteilte Visa. Weitere Erkenntnisse im Sinne der Fragestellung liegen nicht vor.

Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen 10. Abgeordnete Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE.)

Welche Gespräche gab es im Jahr 2016 mit Ver­ tretern der BDA – Bundesvereinigung der Deut­ schen Arbeitgeberverbände, vom Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI), des DIHK – Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V., des Zentralverbands des Deutschen Hand­ werks e. V. (ZDH) oder anderen Lobbygruppen bezüglich des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte mit Vertretern des Bundes­ ministeriums der Finanzen?

11. Abgeordnete Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE.)

Gab es aufgrund dieser Gespräche Veränderun­ gen am Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte?

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Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Jens Spahn vom 29. September 2016 Die Fragen 10 und 11 werden aufgrund des Sachzusammenhangs ge­ meinsam beantwortet. Zum bezeichneten Thema gab es keine entsprechenden Gespräche mit Vertretern des Bundesministeriums der Finanzen.

12. Abgeordneter Florian Post (SPD)

Wie bewertet die Bundesregierung den Sachver­ halt, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufga­ ben (BImA) in der Mortonstraße in München Grundstücke an Privatinvestoren veräußert hat, obwohl die Stadt München sich um den Erwerb der Grundstücke bemüht hat, um darauf Sozial­ wohnungen zu errichten (vgl. Süddeutsche Zei­ tung vom 13. September 2016)?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Jens Spahn vom 26. September 2016 Das Verwertungsverfahren der BImA hinsichtlich eines Teils der Ge­ samtliegenschaft Mortonstraße in München hat bereits im Jahr 2013, also lange vor dem Beschluss des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages vom 11. November 2015, zur Möglichkeit einer verbillig­ ten Abgabe von Grundstücken für Zwecke des sozialen Wohnungsbaus begonnen. Wegen der zum Zeitpunkt der Anfrage der Landeshauptstadt München bereits abgeschlossenen Verhandlungen mit der Käuferin und den damit einhergehenden Bindungen der BImA konnte dem Wunsch der Landeshauptstadt nach einem Erwerb dieses Liegenschaftsteils nicht entsprochen werden.

13. Abgeordneter Florian Post (SPD)

Wie ist dieser Vorgang mit der „Richtlinie der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zur ver­ billigten Abgabe von Konversionsflächen“ zu vereinbaren, die Kommunen zum Zweck des so­ zialen Wohnungsbaus eine Erstzugriffsoption auch unter Verkehrswert einräumt, und kann da­ von ausgegangen werden, dass bei der Veräuße­ rung der verbleibenden Flächen die Richtlinie an­ gewendet wird und die Stadt München die Flä­ chen erhält?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Jens Spahn vom 26. September 2016 Die BImA ist gesetzlich verpflichtet, unter Beachtung der Bundeshaus­ haltsordnung (BHO) nach kaufmännischen Grundsätzen zu handeln (§ 1 des Gesetzes über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben – BImAG). Entsprechend den Regelungen in § 63 BHO dürfen Liegenschaften dabei grundsätzlich nur zum sogenannten „vollen Wert“, also zu dem am Markt erzielbaren Preis oder zu dem mit einem Verkehrswertgutachten

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ermittelten Wert, veräußert werden. Überdies kann entsprechend der haushaltsrechtlichen Ermächtigung im Haushaltsvermerk Nr. 60.3 zu Kapitel 6004, Titel 121 01 bei entbehrlichen Grundstücken eine Verbil­ ligung für Zwecke des sozialen Wohnungsbaus erfolgen. Nähere Einzel­ heiten dazu sind in der „Richtlinie der Bundesanstalt für Immobilienauf­ gaben (BImA) zur verbilligten Abgabe von Grundstücken (VerbR)“ ge­ regelt. Die Teile der Gesamtliegenschaft Mortonstraße in München, die bisher noch nicht veräußert worden sind und die für eine Veräußerung an die Landeshauptstadt München in Betracht kommen, hat die BImA insbe­ sondere mit Blick auf die Regelungen der VerbR bereits der Landes­ hauptstadt München in einem Gespräch am 7. September 2016 offeriert. Dabei wurde Einvernehmen darüber erzielt, dass die BImA der Stadt, vorbehaltlich der Fortgeltung des entsprechenden Haushaltsvermerks, diese bisher noch nicht veräußerten Teile der Liegenschaft zukünftig nach dem freiwilligen Auszug der Mieter der zum Abbruch vorgesehe­ nen Einfamilien-Reihenhäuser und damit nach ihrer Verfügbarkeit für eine bauliche Nachverdichtung beziehungsweise für Zwecke des sozia­ len Wohnungsbaus anbieten wird.

14. Abgeordnete Birgit Wöllert (DIE LINKE.)

Meint die Bundesregierung angesichts der Tatsa­ che, dass im Entwurf des Haushaltsplanes 2017 eine Verpflichtungsermächtigung von zusätzlich 928 Mio. Euro Zuwendungen an die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesell­ schaft mbH (LMBV) bis 2020 ausgewiesen ist, dass die ursprünglich in den 1990er Jahren bezif­ ferten 16,3 Mrd. Euro (siehe Homepage der LMBV) zu hoch angesetzt waren, da nach Aussa­ gen der LMBV bis Ende 2017 nur 10,773 Mrd. Euro für die Sanierung umgesetzt bzw. bis zum Ende des fünften Verwaltungsabkommens einge­ plant sind?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Jens Spahn vom 27. September 2016 Bei den von Ihnen aufgeführten 928 Mio. Euro handelt es sich nicht um eine neue Veranschlagung einer Verpflichtungsermächtigung. Vielmehr ist dies die Summe der Verpflichtungen, die bis einschließlich 2015 ein­ gegangen wurden und ab 2017 fällig werden. Der Vergleich zwischen den Anfang der 1990er Jahre geschätzten Ge­ samtkosten der Braunkohlesanierung (16,3 Mrd. Euro) mit den im Bun­ deshaushalt veranschlagten Verpflichtungsermächtigungen ist nicht möglich. Weder sind die betrachteten Zeiträume deckungsgleich, noch war es das Ziel der Kostenschätzung Anfang der 1990er Jahre, diese Werte in eine Haushaltsplanung aufzunehmen. Auf der von Ihnen zitier­ ten Homepage heißt es deshalb in einer erläuternden Fußnote in zutref­ fender Weise „Basis-Schätzung der Gesamtkosten …“ Gegenwärtig laufen Verhandlungen zum Abschluss eines Verwaltungsab­ kommens für die Finanzierung der Braunkohlesanierung (VA VI BKS)

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für die Zeit nach 2017. Das Ergebnis der Verhandlungen bleibt abzuwar­ ten und ist damit im Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2017 noch nicht berücksichtigt.

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales 15. Abgeordnete Katja Kipping (DIE LINKE.)

Wie haben sich bei der Einkommens- und Ver­ brauchsstichprobe 2008 und 2013 die Referenz­ gruppen für die Ermittlung des Regelbedarfs für Leistungen der Grundsicherung nach dem Zweiten und dem Zwölften Buch Sozialgesetz­ buch (SGB II und SGB XII) nach der sozialen Struktur (u. a. Erwerbstätige, Erwerbslose, Er­ werbstätige, die mit Leistungen nach dem Zwei­ ten Buch Sozialgesetzbuch aufstocken, Studie­ rende, Leistungen nach dem Bundesausbildungs­ förderungsgesetz Beziehende, Rentner/-innen) zu­ sammengesetzt?

Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller vom 28. September 2016 Die Daten hierzu können den nachfolgenden Tabellen entnommen wer­ den:

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Struktur der Haushalte in den Referenzgruppen der EVS 2013 und 2008 für die Ermittlung der Regelbedarfssätze Einpersonenhaushalte Einpersonenhaushalte Merkmal

2013 Angaben in Prozent

Insgesamt

2008 2)

100,0

100,0

22,8 11,9 43,4 17,2 ( 4,7)

23,7 20,3 37,7 11,3 ( 7,0)

17,0 6,8 4,0 ( 3,1) ( 3,7) 6,6 7,6 9,5 8,9 9,3 23,6

18,5 6,5 ( 4,0) ( 3,6) ( 5,9) 7,4 8,3 9,5 6,5 9,3 20,4

36,5 63,5

31,1 68,9

93,2 6,8

94,1 5,9

12,4

18,0

10,3

16,9

( 2,1)

/

Soziale Stellung der Haupteinkommensperson Erwerbstätige Arbeitslose Rentner/-in Student/-in sonstige/-r Nichterwerbstätige/-r

1)

Alter der Haupteinkommensperson unter 25 Jahre 25 bis unter 30 Jahre 30 bis unter 35 Jahre 35 bis unter 40 Jahre 40 bis unter 45 Jahre 45 bis unter 50 Jahre 50 bis unter 55 Jahre 55 bis unter 60 Jahre 60 bis unter 65 Jahre 65 bis unter 70 Jahre 70 Jahre und älter Geschlecht der Haupteinkommensperson männlich weiblich Bezug von BAföG? nein ja Gleichzeitiger Bezug von Erwerbseinkommen und Leistungen nach SGB II/XII insgesamt davon Bezug von Erwerbseinkommen und Leistungen nach SGB II Bezug von Erwerbseinkommen und Leistungen nach SGB XII

1) Pensionäre, Schüler und übrige Nichterwerbstätige. 2) Anteil an der Zahl der Haushalte in dieser Referenzgruppe insgesamt. / = Stichprobenfallzahl unter 25 () = Stichprobenfallzahl ab 25 bis unter 100

Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode

Drucksache 18/9872

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Struktur der Haushalte in den Referenzgruppen der EVS 2013 und 2008 für die Ermittlung der Regelbedarfssätze Paare mit 1 Kind 14 bis unter 18 Jahre Paare mit 1 Kind 14 bis unter 18 Jahre Merkmal

2013 Angaben in Prozent

Insgesamt

2008 2)

100,0

100,0

( 73,2) / / -/

( 75,9) / / ---

-/ ( 47,2) ( 45,1)

-/ ( 52,3) ( 33,7)

( 68,9) ( 31,1)

( 74,4) ( 25,6)

98,3 /

96,9 /

/

( 23,9)

Bezug von Erwerbseinkommen und Leistungen nach SGB II

/

/

Bezug von Erwerbseinkommen und Leistungen nach SGB XII

/

/

Soziale Stellung der Haupteinkommensperson Erwerbstätige Arbeitslose Rentner/-in Student/-in sonstige/-r Nichterwerbstätige/-r

1)

Alter der Haupteinkommensperson unter 30 Jahre 30 bis unter 40 Jahre 40 bis unter 50 Jahre 50 Jahre und älter Geschlecht der Haupteinkommensperson männlich weiblich Bezug von BAföG? nein ja Gleichzeitiger Bezug von Erwerbseinkommen und Leistungen nach SGB II/XII insgesamt davon

1) Pensionäre, Schüler und übrige Nichterwerbstätige. 2) Anteil an der Zahl der Haushalte in dieser Referenzgruppe insgesamt. / = Stichprobenfallzahl unter 25 () = Stichprobenfallzahl ab 25 bis unter 100 -- = nichts vorhanden.

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Struktur der Haushalte in den Referenzgruppen der EVS 2013 und 2008 für die Ermittlung der Regelbedarfssätze Paare mit 1 Kind 6 bis unter 14 Jahre Paare mit 1 Kind 6 bis unter 14 Jahre Merkmal

2013 Angaben in Prozent

Insgesamt

2008 2)

100,0

100,0

84,8 / / ---

79,6 / / / /

/ ( 35,6) ( 45,9) /

/ ( 38,0) ( 41,1) ( 13,6)

76,3 ( 23,7) 100,0 --

69,1 ( 30,9) -98,7 /

( 21,4)

( 31,2)

Bezug von Erwerbseinkommen und Leistungen nach SGB II

( 20,9)

( 30,1)

Bezug von Erwerbseinkommen und Leistungen nach SGB XII

/

/

Soziale Stellung der Haupteinkommensperson Erwerbstätige Arbeitslose Rentner/-in Student/-in sonstige/-r Nichterwerbstätige/-r

1)

Alter der Haupteinkommensperson unter 30 Jahre 30 bis unter 40 Jahre 40 bis unter 50 Jahre 50 Jahre und älter Geschlecht der Haupteinkommensperson männlich weiblich Bezug von BAföG? nein ja Gleichzeitiger Bezug von Erwerbseinkommen und Leistungen nach SGB II/XII insgesamt davon

1) Pensionäre, Schüler und übrige Nichterwerbstätige. 2) Anteil an der Zahl der Haushalte in dieser Referenzgruppe insgesamt. / = Stichprobenfallzahl unter 25 () = Stichprobenfallzahl ab 25 bis unter 100 -- = nichts vorhanden.

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Struktur der Haushalte in den Referenzgruppen der EVS 2013 und 2008 für die Ermittlung der Regelbedarfssätze Paare mit 1 Kind unter 6 Jahre Paare mit 1 Kind unter 6 Jahre Merkmal

2013 Angaben in Prozent

Insgesamt

2008 2)

100,0

100,0

78,1 / / ( 11,3) /

73,2 ( 19,3) -/ /

( 34,5) 48,4 ( 13,8) /

51,1 41,0 / /

72,4 ( 27,6)

72,1 ( 27,9)

88,7 ( 11,3)

90,0 /

( 15,3)

( 26,6)

( 15,3)

( 26,6)

/

--

Soziale Stellung der Haupteinkommensperson Erwerbstätige Arbeitslose Rentner/-in Student/-in sonstige/-r Nichterwerbstätige/-r

1)

Alter der Haupteinkommensperson unter 30 Jahre 30 bis unter 40 Jahre 40 bis unter 50 Jahre 50 Jahre und älter Geschlecht der Haupteinkommensperson männlich weiblich Bezug von BAföG? nein ja Gleichzeitiger Bezug von Erwerbseinkommen und Leistungen nach SGB II/XII insgesamt davon Bezug von Erwerbseinkommen und Leistungen nach SGB II Bezug von Erwerbseinkommen und Leistungen nach SGB XII

1) Pensionäre, Schüler und übrige Nichterwerbstätige. 2) Anteil an der Zahl der Haushalte in dieser Referenzgruppe insgesamt. / = Stichprobenfallzahl unter 25 () = Stichprobenfallzahl ab 25 bis unter 100 -- = nichts vorhanden.

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Drucksache 18/9872

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Struktur der Haushalte in den Referenzgruppen der EVS 2013 und 2008 für die Ermittlung der Regelbedarfssätze Paare mit 1 Kind unter 18 Jahre (alle Kinderreferenzgruppen) Paare mit 1 Kind unter 18 Jahre Merkmal

2013 Angaben in Prozent

Insgesamt

2008 2)

100,0

100,0

79,0 ( 11,3) / ( 5,9) /

75,7 ( 16,7) / / /

( 18,6) 37,0 29,3 ( 15,1)

28,0 35,4 25,6 ( 11,0)

72,9 27,1

71,5 28,5

93,8 ( 6,2)

94,0 ( 6,0)

( 17,9)

( 27,6)

( 17,8)

( 27,1)

/

/

Soziale Stellung der Haupteinkommensperson Erwerbstätige Arbeitslose Rentner/-in Student/-in sonstige/-r Nichterwerbstätige/-r

1)

Alter der Haupteinkommensperson unter 30 Jahre 30 bis unter 40 Jahre 40 bis unter 50 Jahre 50 Jahre und älter Geschlecht der Haupteinkommensperson männlich weiblich Bezug von BAföG? nein ja Gleichzeitiger Bezug von Erwerbseinkommen und Leistungen nach SGB II/XII insgesamt davon Bezug von Erwerbseinkommen und Leistungen nach SGB II Bezug von Erwerbseinkommen und Leistungen nach SGB XII

1) Pensionäre, Schüler und übrige Nichterwerbstätige. 2) Anteil an der Zahl der Haushalte in dieser Referenzgruppe insgesamt. / = Stichprobenfallzahl unter 25 () = Stichprobenfallzahl ab 25 bis unter 100 -- = nichts vorhanden.

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16. Abgeordneter Markus Kurth (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

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Drucksache 18/9872

Inwiefern kann die Bundesregierung bestätigen, dass nach ihren derzeit in Arbeit befindlichen Be­ rechnungen das gesetzliche Rentenniveau (vor Steuern) bis zum Jahr 2045 auf einen Wert unter­ halb von 40 Prozent absinken könnte (Wirtschafts­ Woche Online, „Nahles rechnet mit Rente unter 40 Prozent des Einkommens“, 15. September 2016), und welche Maßnahmen plant sie zu ergreifen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken?

Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller vom 26. September 2016 Die Bundesregierung kann den genannten Wert nicht bestätigen. Er stammt nicht aus einer der Bundesregierung bekannten Berechnung.

17. Abgeordnete Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE.)

Trifft es zu, dass durch die Änderung des § 44 SGB XII vom 1. Januar 2016 die Verringerung der Grundsicherung um den Betrag der Rentener­ höhung aufgrund des Zuflussprinzips am Anfang des Monats wirksam wird, während die Rente erst am Ende des Monats gezahlt wird und den Be­ troffenen so ein Fehlbetrag über die Dauer des be­ treffenden Monats entsteht?

Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller vom 29. September 2016 Aufgrund des Nachranggrundsatzes der Sozialhilfe sind eigene Mittel vorrangig für den Lebensunterhalt einzusetzen und deshalb auf die zur Deckung des notwendigen Lebensunterhalts erforderlichen Bedarfe in der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (Summe der Einzelbedarfe, als Gesamtbedarf bezeichnet) anzurechnen. Der sich er­ gebende Differenzbetrag entspricht der zu zahlenden monatlichen Grundsicherungsleistung (Nettobedarf). Durch die in der Fragestellung angesprochenen und zum 1. Januar 2016 in Kraft getretenen Änderun­ gen aufgrund der Neufassung des § 44 SGB XII wird gewährleistet, dass sich alle Änderungen in den wirtschaftlichen Verhältnissen in dem Mo­ nat auswirken, in dem sie eintreten. Dies gilt sowohl für Änderungen, die den Nettobedarf erhöhen, als auch für Änderungen, die den Nettobe­ darf vermindern. Die Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung werden nach § 44 Absatz 4 Satz 1 SGB XII monatlich im Voraus er­ bracht. Der Zahlbetrag einer Rente der gesetzlichen Rentenversicherung wird zum Monatsende auf das Bankkonto überwiesen, also auch der da­ rin enthaltene und sich aus der jährlichen Rentenanpassung ergebende Erhöhungsbetrag.

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Drucksache 18/9872

Für die Anrechnung von Einkünften, die zur Bestreitung des Lebensun­ terhalts gezahlt werden – und dies trifft auf Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu –, ist das Zuflussprinzip anzuwenden. Dies be­ deutet, dass alle einem Monat tatsächlich zufließenden Einnahmen der Deckung der in diesem Monat eintretenden Bedarfe dienen. Folglich ist der gesamte Zahlbetrag einer Rente auf den Gesamtbedarf anzurechnen, also auch der auf die Rentenerhöhung aufgrund der jährlichen Renten­ anpassung zum 1. Juli eines Jahres entfallende Teilbetrag des Renten­ zahlbetrags. Soweit die für die Deckung des in einem Kalendermonat bestehenden notwendigen Lebensunterhaltsbedarfs erforderlichen Mittel in diesem Monat zur Verfügung stehen, ergeben sich durch die Anrechnung von Einkünften keine Fehlbeträge.

18. Abgeordnete Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE.)

Wenn ja, teilt die Bundesregierung die Auffas­ sung, dass dies zu finanziellen Engpässen bei den Leistungsberechtigten führen kann, und gibt es Pläne, dies im Sinne der Betroffenen zu ändern?

Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller vom 29. September 2016 Die Anrechnung der jährlichen Rentenanpassung macht es für die Leis­ tungsberechtigten im Monat Juli erforderlich, sich bei ihrer Ausgaben­ planung darauf einzustellen, dass der Erhöhungsbetrag als Bestandteil des monatlichen Rentenzahlbetrags erst am Monatsende zur Verfügung steht und hiermit auch erst am Ende des Monats auftretende Bedarfe wie zum Beispiel Ernährung gedeckt werden. Allerdings handelt es sich da­ bei um eine jährlich wiederkehrende Situation, auf die sich die Leis­ tungsberechtigten einstellen können. Änderungen hierzu sind nicht vorgesehen, weil es keine objektive Be­ gründung für unterschiedliche Anrechnungszeitpunkte für den Zahlbe­ trag der Rente vor Rentenanpassung einerseits und dem Erhöhungsbe­ trag aus der Rentenanpassung andererseits gibt. Der Rentenzahlbetrag ist in seiner jeweils aktuellen Höhe für den Monat als Einkunft anzurech­ nen, für den er gezahlt wird.

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Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft 19. Abgeordneter Harald Ebner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Welche Anträge auf Zulassung von Pestiziden mit den Wirkstoffen Flupyradifuron und Cyantra­ niliprol liegen dem Bundesamt für Verbraucher­ schutz und Lebensmittelsicherheit aktuell vor, und wann ist mit einer Entscheidung über diese Zulassungsanträge zu rechnen?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Peter Bleser vom 28. September 2016 Die erbetenen Informationen zu den Zulassungsanträgen einzelner Pflanzenschutzmittel gelten gemäß Artikel 63 Absatz 2 Buchstabe f der Verordnung (EG) Nr. 1107/20091 EU-weit als Betriebs- und Geschäfts­ geheimnisse. Insofern sind die Informationen nicht zur Veröffentlichung bestimmt. Die kurze Frist zur Beantwortung der Frage erlaubt es zudem nicht, ein Einverständnis aller betroffenen Firmen und Zulassungsinha­ ber zur Veröffentlichung der erbetenen Informationen einzuholen. Vor o. g. Hintergrund wurden die erbetenen Informationen als „Ver­ schlusssache – Nur für den Dienstgebrauch (VS-NfD)“ eingestuft und im Parlamentssekretariat des Deutschen Bundestages zur Einsichtnahme hinterlegt.

20. Abgeordneter Friedrich Ostendorff (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Welche Position hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zur Über­ nahmeabsicht von Monsanto durch die Bayer AG Leverkusen im Hinblick auf die Situation der Landwirte in Deutschland (bitte begründen), und welche Risiken beinhaltet nach Einschätzung des BMEL diese Übernahme für die Agrarbran­ che?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Peter Bleser vom 26. September 2016 Das BMEL erwartet, dass die Bayer AG ihre Nachhaltigkeitsstrategie auch auf die neuen Unternehmensteile übertragen wird. Im BMEL liegen keine Auswertungen oder Prognosen vor, ob und ge­ gebenenfalls welche wirtschaftlichen Auswirkungen die Übernahme des Konzerns Monsanto durch die Bayer AG auf die Landwirtschaft unter dem Aspekt der Verfügbarkeit und/oder der Preise von Pflanzenschutz­ mitteln haben wird. Auch die Auswirkungen auf den Saatgutmarkt kön­ nen derzeit nicht konkret abgeschätzt werden. Es ist jedoch davon aus­ zugehen, dass in Deutschland aufgrund des breiten Sortenspektrums bei

1

Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Oktober 2009 über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln [ ... ], ABl. L 309 vom 24.11.2009, S. 1

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Drucksache 18/9872

landwirtschaftlichen Kulturarten der Landwirtschaft wie bisher ausrei­ chend qualitativ hochwertiges und gesundes Saatgut standortangepasster Sorten zur Verfügung steht. Aus Sicht des BMEL hat der Zusammenschluss auch ein großes Poten­ zial für die Nutzung digitaler Techniken in der Landwirtschaft und für innovative Arbeitsplätze in Deutschland. Die wettbewerblichen Auswirkungen des Zusammenschlussvorhabens auf die betroffenen Märkte werden von den zuständigen Wettbewerbs­ behörden geprüft werden.

21. Abgeordnete Dr. Kirsten Tackmann (DIE LINKE.)

Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesre­ gierung aus dem Insolvenzverfahren des Unter­ nehmens KTG Agrar SE, insbesondere hinsicht­ lich agrarstruktureller Risiken solcher Investoren­ modelle und notwendiger Schutzregelungen für ortsansässige Landwirtschaftsbetriebe?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Peter Bleser vom 26. September 2016 Die Bundesregierung verfolgt im Hinblick auf den Bodenmarkt die ag­ rarstrukturellen Ziele des Vorrangs regional verankerter Landwirtinnen und Landwirte, einer breiten Streuung des Eigentums an landwirtschaft­ lichen Flächen, der Vermeidung marktbeherrschender Positionen und der Dämpfung spekulativer Entwicklungen, der Stärkung ländlicher Räume und einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Flächen. Die Entwicklung von Holdingstrukturen in der Landwirtschaft kann diese Ziele gefährden. Die Übertragung des Besitzes von landwirtschaft­ lichen Flächen an Holdings und an außerlandwirtschaftliche Investoren übergeht den im Grundstückverkehrsgesetz geregelten Vorrang von ortsansässigen Landwirten beim Flächenerwerb. Ein übermäßiges Wachstum des Umfangs von Flächen, die von Holdings bewirtschaftet werden, kann eine breite Streuung des Eigentums gefährden und den Wettbewerb auf regionalen Bodenmärkten verzerren. Eine Verlagerung des Managements an die Konzernzentralen kann die Zahl qualifizierter Arbeitsplätze in den Regionen gefährden und die Gestaltungsmöglich­ keiten von Holdings im steuerlichen Bereich das Steueraufkommen in der Region verringern. Die Orientierung der Bewirtschaftung an überge­ ordneten Interessen der Holding sowie die regionale Entfremdung von Bewirtschaftung und Eigentum der Flächen können eine nachhaltige Be­ wirtschaftung gefährden. Agrarstrukturelle Ziele im Hinblick auf den Bodenmarkt sollen in Deutschland im Wesentlichen durch das Grundstückverkehrsgesetz und das Landpachtverkehrsgesetz erreicht werden. Wie die Praxis zeigt, be­ stehen im Bodenverkehrsrecht zur Erreichung der oben genannten ag­ rarstrukturellen Ziele Regulierungslücken auf Länderebene.

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– 18 –

Drucksache 18/9872

Das Bodenverkehrsrecht liegt seit der Föderalismusreform I in alleiniger Zuständigkeit der Bundesländer. Die Agrarministerkonferenz (AMK) hat die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Bodenmarktpolitik“ initiiert, um Fehlentwicklungen auf dem Markt für landwirtschaftliche Flächen ent­ gegenzuwirken. Der Bericht dieser Bund-Länder-Expertengruppe der AMK vom 20. März 2015 enthält Vorschläge zur Schließung der Regulierungslü­ cken. Unter anderem könnten eine Einbeziehung von Anteilskäufen in die beiden Gesetze (Grundstück- und Landpachtverkehrsgesetz), die Schließung von Umgehungstatbeständen, die bisher nicht stattfindende Verhinderung einer „ungesunden Anhäufung land- und forstwirtschaft­ licher Flächen“ im Landpachtverkehrsgesetz und andere Vorschläge dazu beitragen. Die Vorschläge sind bislang von den hier zuständigen Ländern nicht umgesetzt worden. Dies trifft u. a. auch auf Thüringen zu.

22. Abgeordnete Dr. Kirsten Tackmann (DIE LINKE.)

Welche Prüfungen wurden und werden nach Kenntnis der Bundesregierung von der Bodenver­ wertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) im Rahmen der Privatisierung ehemals volkseigener Äcker, Wiesen und Wälder vorgenommen, um den Verkauf dieser Flächen im öffentlichen Ei­ gentum an Unternehmen mit riskanten Ge­ schäftsmodellen oder ethisch bedenkliche Per­ sonen (z. B. an Kriegsverbrechen Beteiligte) zu verhindern?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Peter Bleser vom 26. September 2016 Es gehört nicht zu den Aufgaben BVVG, die Kaufinteressenten für die zu privatisierenden Flächen einer ethisch-moralischen Prüfung zu unter­ ziehen oder das unternehmerische Risiko der jeweiligen Geschäftsmo­ delle zu bewerten. Die BVVG prüft lediglich, ob dem jeweiligen Ver­ kauf rechtliche Hindernisse entgegenstehen. Sie stellt ferner sicher, dass das Eigentum an den zu verkaufenden Flächen nur übertragen wird, wenn die Zahlung des Kaufpreises gesichert ist. Die Klärung der Frage, ob jemand sich an Kriegsverbrechen beteiligt hat, obliegt den Strafver­ folgungsbehörden und den Gerichten. Die in § 1 Absatz 4 des Aus­ gleichsleistungsgesetzes geforderte Prüfung haben die Landesämter zur Regelung offener Vermögensfragen durchzuführen.

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Drucksache 18/9872

Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung 23. Abgeordnete Katja Keul (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Welchem Zweck dienen die Aufklärungsflüge der deutschen Tornados über Syrien, wenn angeblich nicht zur Zielauswahl und Bombardements durch die Koalition (CDU, CSU und SPD) (so der Spre­ cher des Bundesministeriums der Verteidigung, Jens Flosdorff, nach einer dpa-Meldung vom 19. September 2016), und wie werden bei der Da­ tenweitergabe die nationale Teilhabe und das Prinzip der Zurechenbarkeit sichergestellt?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ralf Brauksiepe vom 27. September 2016 Die Aufklärungsprodukte dienen der Verbesserung des Lagebildes im zuständigen Hauptquartier für Luftoperationen – dem Combined Air Operations Center (CAOC) in Al Udeid – und tragen damit zu einer Ver­ besserung des Gesamtlagebildes im Hauptquartier der Gesamtoperation in Kuwait bei. Hier dienen sie der Identifikation von Kräften und Mitteln der Terrororganisation des sog. „Islamischen Staats“ (IS), dessen Ver­ teidigungsstellungen und Bewegungsmustern, aber auch zu schützender ziviler Infrastruktur. Damit tragen die deutschen Aufklärungsergebnisse zur Bekämpfung der Terrororganisation IS bei. Die deutschen Tornado-Luftfahrzeuge erstellen hierzu optische und Infrarot-Aufklärungsbilder, welche mit Erklärungen versehen werden. Diese Aufklärungsbilder werden den an Inherent Resolve Kinetic Strike beteiligten Nationen, die Kampfeinsätze gegen die Terrororganisa­ tion IS fliegen, über das CAOC zur Verfügung gestellt. Dies erfolgt al­ lerdings nicht unmittelbar, sondern erst nach der Auswertung und der Freigabe durch den deutschen sog. „Releasing Officer“ einige Stunden nach dem Ende des jeweiligen Einsatzfluges der deutschen TornadoLuftfahrzeuge. Es besteht somit die Möglichkeit, dass Aufklärungser­ gebnisse der deutschen Tornado-Luftfahrzeuge für die Zielauswahl und Zielverifikation sowie zur Vermeidung von Begleitschäden Verwen­ dung finden. Für die Aufklärung im Rahmen der Bekämpfung beweglicher Ziele wie Fahrzeuge werden hingegen Aufklärungsergebnisse mit hoher Aktuali­ tät – vorrangig sog. Full Motion Videos mit Echtzeitübertragung – ge­ nutzt. Diese Fähigkeit besitzen die deutschen Tornado-Luftfahrzeuge nicht. Darauf hat sich auch der Sprecher des Bundesministeriums der Verteidigung in seiner Aussage auf der Bundespressekonfe­ renz 105/2016 vom 19. September 2016 bezogen. Die nationale Teilhabe bei der Datenweitergabe wurde u. a. im Zusam­ menhang mit einer Mündlichen Frage bereits im Plenarprotokoll 18/151 (vgl. Anlage 16) detailliert dargestellt. Der dort beschriebene Prozess hat unverändert Gültigkeit.

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24. Abgeordneter Dr. Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

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Drucksache 18/9872

Welche Absichten verfolgt das Bundesministe­ rium der Verteidigung mit Blick auf Zeitplan, Phasendokumente und Befassung des Deutschen Bundestages derzeit bei der Beschaffung von un­ bemannten Flugsystemen für die Marine, und in­ wiefern haben sich offene Zulassungsfragen, die im Jahr 2013 zum Stopp der Beschaffung des Camcopters S-100 der Firma Schiebel geführt hatten (vgl. augengeradeaus.de vom 28. Okto­ ber 2014), inzwischen geklärt?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Markus Grübel vom 27. September 2016 Derzeit werden zwei Beschaffungsverfahren von unbemannten Flugsys­ temen für die Marine verfolgt: 1. ,,Aufklärung und Identifizierung im maritimen Einsatzgebiet“ (AImEG) Aufbauend auf der „Fähigkeitslücke und Funktionalen Forderung“ (FFF) vom Mai 2014 wurde im Februar 2016 die Auswahlentscheidung zu Gunsten der Realisierung eines marktverfügbaren taktischen unbe­ mannten Flugsystems (Unmanned Aerial System/UAS) mit DrehflüglerLuftsegment getroffen. Damit wurden die Entwicklung und Beschaffung von drei UAS für Korvetten der Marine festgelegt. Die Vorbereitungen für die Projektierung sind ab dem Jahr 2017, das nachfolgende Vergabe­ verfahren im Jahr 2018 vorgesehen. Die Befassung des Deutschen Bun­ destages ist für Ende des Jahres 2019 geplant, anschließend ist der Ver­ tragsschluss vorgesehen. Die Genehmigung zur Nutzung für das System AImEG soll Ende des Jahres 2022 erreicht werden, das erste Seriensys­ tem soll Anfang des Jahres 2023 zulaufen. 2. Forderung des „Einsatzbedingten Sofortbedarfs“ (ESB) „Befähigung zur autonomen luftgestützten Aufklärung“ Bis zur Verfügbarkeit von AImEG ist die Deckung des Einsatzbedarfes der Marine mit UAS in laufenden Einsätzen mit einer Übergangslösung beabsichtigt. Hierzu wurde ein entsprechendes Anforderungsprofil er­ stellt. Die Forderungen der Marine sollen ebenfalls mit einem Drehflüg­ ler-Luftsegment erfüllt werden. Derzeit befindet sich diese Forderung noch im Verfahren ESB in ministerieller Bearbeitung. Eine abschlie­ ßende Entscheidung zur Realisierung dieser ESB-Forderung ist noch nicht getroffen. Ziel ist eine Verfügbarkeit noch im Jahr 2018. Im Rahmen des IPT (Integriertes Projektteam) AImEG wurden durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) mehrere marktverfügbare Drehflügler-Sys­ teme betrachtet, u. a. auch das System Camcopter S-100 der Fa. Schie­ bel. Eine endgültige Aussage hinsichtlich der Zulassbarkeit der Systeme kann erst im Rahmen des Musterprüfprozesses getätigt werden. Wesent­ liche Zuarbeit zu diesem Musterprüfprozess muss produktbezogen durch den Hersteller erfolgen. Um dem Risiko der Nichtzulassung zu begeg­ nen, soll im Vertrag AImEG ein Abbruchmeilenstein „Entscheidung Umsetzung“ vereinbart werden. Für AImEG ist dieser Meilenstein im Jahr 2020 geplant.

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25. Abgeordneter Trifft es zu, dass nach mir vorliegenden Informa­ Dr. Peter Ramsauer tionen beim Neubau der „LIED-Halle“ (Baukosten 7 Mio. Euro) bei der Wehrtechnischen Dienststelle (CDU/CSU) (WTD) 52 in Schneizlreuth ein Richtfest geplant wird, dessen Veranlassung inzwischen wegen des Baufortschritts ohnehin entfallen ist und dadurch anderweitig gebrauchte personelle und finanzielle Ressourcen gebunden werden? Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Markus Grübel vom 26. September 2016 In der Liegenschaft der WTD 52 in Oberjettenberg wird derzeit ein hochmodernes Funktionsgebäude errichtet, das zur Weiterentwicklung und Nachweisführung an Systemen zur physikalischen Detektion von unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen (engl. Improvised Explosive Devices – IEDs) zum Schutz der Soldatinnen und Soldaten im Einsatz dient. Der Tradition im Bauhandwerk folgend, findet hierzu eine entspre­ chende Baufeier (Richtfest) statt, deren Kosten (rund 5 200 Euro) bereits in der Gesamtkostenplanung veranschlagt sind. Der Bau ist zwischenzeitlich so weit fortgeschritten, dass die aus Holz­ leimbindern errichtete Fassaden- und Dachkonstruktion mit einem Roh­ bau vergleichbar ist. Es ist daher die Voraussetzung gegeben, um dem traditionellen Brauch entsprechend den Handwerkern und insbesondere den Zimmerleuten in angemessenem Rahmen Dank für die besonders anspruchsvolle Ausführung dieser nahezu metallfreien Sonderinfra­ struktur auszusprechen. Für die Ausrichtung des Richtfests wurden durch die beteiligten Institu­ tionen lediglich Ansprechpartner benannt, die bereits grundsätzlich für die Baumaßnahme verantwortlich sind.

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 26. Abgeordnete Dr. Franziska Brantner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Wann und in welchem Kostenumfang beabsich­ tigt die Bundesregierung, dem Bundestag einen Gesetzentwurf vorzulegen, indem der Rechtsan­ spruch der Eltern auf einen Kitaplatz um einen tatsächlich zugänglichen Anspruch auf Nachmit­ tagsbetreuung für Schulkinder ergänzt wird, wie es Bundesministerin Manuela Schwesig in Presseberichten angekündigt hat (www.donaukurier. de/nachrichten/topnews/Deutschland-RegierungFamilien-Soziales-Familien-der-Zukunft-duerfenpartnerschaftlicher-organisiert-sein;art154776, 3266940)?

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Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Caren Marks vom 26. September 2016 Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD wurde vereinbart, „die Ganztagsbetreuung in Kindertageseinrichtungen schrittweise aus(zu)bauen“. Dazu gehört auch die Verbesserung des Betreuungsan­ gebots für Kinder im Grundschulalter (z. B. Horte), um die Förderung der Kinder sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbes­ sern. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert mit dem Bundesprogramm „KitaPlus“ Kindertageseinrichtungen und Tagespflegepersonen, um flexible Betreuungsangebote für Eltern und Kinder (von Beginn der Betreuung bis in den Schulhort hinein) mit familiär und beruflich bedingten besonderen Organisationsformen zu schaffen, die über die Kernzeiten von Betreuungseinrichtungen hinaus­ gehen (nähere Informationen unter http://kitaplus.fruehe-chancen.de). Das Modellprogramm hat ein Volumen von 100 Mio. Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren (2016 bis 2018). § 24 Absatz 4 SGB VIII sieht eine objektiv-rechtliche Verpflichtung zur Vorhaltung eines bedarfsgerechten Angebots in Kindertageseinrichtun­ gen für Kinder im schulpflichtigen Alter vor. Eine Weiterentwicklung dieser Regelung hin zu einem Rechtsanspruch für Kinder im schulpflich­ tigen Alter wäre ein weiterer Schritt, um die Förderung der Kinder sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter zu verbessern.

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit 27. Abgeordneter Harald Weinberg (DIE LINKE.)

Geht die Bundesregierung davon aus, dass die im PsychVVG (Kabinettsentwurf eines Geset­ zes zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychoso­ matische Leistungen) angeführten 60 Mio. Euro zusätzlicher jährlicher Ausgaben für die gesetz­ liche Krankenversicherung ausreichend sind, um die geforderte „umfassende Umsetzung der Psych-PV“ in psychiatrischen Einrichtungen zu finanzieren, und auf welcher Berechnungsgrund­ lage basiert diese Annahme (bezogen auf den ak­ tuellen Umsetzungsstand der Psychiatrie-Perso­ nal-Verordnung – Psych-PV)?

Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz vom 26. September 2016 Bei den im Kabinettsentwurf des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomati­ sche Leistungen (PsychVVG) ausgewiesenen zusätzlichen Ausgaben in Höhe von rund 60 Mio. Euro handelt es sich um Mehrausgaben, die den

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gesetzlichen Krankenkassen ab dem Jahr 2018 durch die dauerhafte Er­ höhung des Mindererlösausgleichs für stationäre psychiatrische und psy­ chosomatische Leistungen von 20 Prozent auf 50 Prozent entstehen. Für die Umsetzung der Psych-PV erfolgt keine Neuregelung durch das PsychVVG. Auch bisher haben die Einrichtungen Anspruch auf die Fi­ nanzierung der Zahl der Personalstellen nach den Vorgaben der Psych-PV sowie auf die budgeterhöhend zu berücksichtigende Nachver­ handlung von fehlenden Personalstellen, wenn die Vorgaben der Psych-PV in der Vergangenheit nicht in vollem Umfang umgesetzt wur­ den (§ 6 Absatz 1 Satz 4 Nummer 4 i. V. m. § 6 Absatz 4 der Bundes­ pflegesatzverordnung in der Fassung vom 31. Dezember 2012). Die be­ reits derzeit geltende hälftige Finanzierung von Tariflohnsteigerungen, die oberhalb der Obergrenze für den Anstieg des Gesamtbetrags liegen, bleibt von dem Entwurf des PsychVVG unberührt.

28. Abgeordneter Harald Weinberg (DIE LINKE.)

Inwiefern folgt die Bundesregierung den Beden­ ken von chirurgischen Fachgesellschaften (www. aerzteblatt.de/nachrichten/70505), die mit der Umsetzung des geplanten neuen Abnahmeverfah­ rens für raumlufttechnische Anlagen die Hygie­ nestandards in Operationsräumen und damit die Patientensicherheit in Gefahr sehen, und was ge­ denkt sie diesbezüglich zu unternehmen?

Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz vom 26. September 2016 Die Bundesregierung stellt fest, dass maßgebliche Institutionen wie das Robert Koch-Institut, die Kommission für Krankenhaushygiene und In­ fektionsprävention sowie der DIN-Normungsausschuss Medizin wäh­ rend des öffentlichen Anhörungsverfahrens durch das Deutsche Institut für Normung (DIN e. V.) nicht hinreichend in die Erarbeitung des Ent­ wurfs „DIN 1946-4:2016-06 Raumlufttechnik – Teil 4: Raumlufttechni­ sche Anlagen in Gebäuden und Räumen des Gesundheitswesens“ einbe­ zogen waren. Daher befürwortet die Bundesregierung die Bestrebungen, für dieses Normungsverfahren eine weitere öffentliche Anhörungsrunde unter Beteiligung der genannten Institutionen durchzuführen. Im Rahmen eines erneuten Anhörungsverfahrens werden die zu beteili­ genden Fachkreise und auch der DIN-Normungsausschuss Medizin die Möglichkeit erhalten, sich an der Überarbeitung des Entwurfs zu betei­ ligen. Dabei soll auch die Kritik des Arbeitskreises Maschinen- und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen und der chi­ rurgischen Fachgesellschaften berücksichtigt werden.

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29. Abgeordnete Birgit Wöllert (DIE LINKE.)

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Drucksache 18/9872

Aus welchen Gründen haben die Evaluationen der Modellversuche zur (Teil- oder Voll-)Akade­ misierung bei den Hebammen, Logopäden, Phy­ siotherapeuten und Ergotherapeuten zu keinen „(v)alide(n) Studienergebnisse(n)“ zum „Zusam­ menhang zwischen einer höheren Qualifizierung und einem besseren Therapieergebnis auf Patien­ tenseite“ geführt („Bericht über die Ergebnisse der Modellvorhaben zur Einführung einer Mo­ dellklausel in die Berufsgesetze der Hebammen, Logopäden, Physiotherapeuten und Ergothera­ peuten“, Unterrichtung durch die Bundesregie­ rung, Bundestagsdrucksache 18/9400, S. 32), und wie wird die Bundesregierung sicherstellen, dass im Zuge der Evaluation nach der Verlängerung der Modellversuche valide Ergebnisse zu dieser Frage vorliegen werden?

Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz vom 27. September 2016 Auf Grund des Modellzeitraums, der lediglich einen Ausbildungsdurch­ lauf umfasste, sowie der bisherigen Fokussierung der Evaluierung ins­ besondere auf die Machbarkeit akademischer Erstqualifikationen konn­ ten die Evaluierungsberichte der Hochschulen noch keine nachhaltigen oder belegbaren Erkenntnisse über den dauerhaften Nutzen einer akade­ mischen Qualifikation im beruflichen Alltag und hier insbesondere auf Seiten der Patienten liefern. Es ist daher vorgesehen, die wissenschaftliche Begleitung und Auswer­ tung der Modellvorhaben in der Verlängerungsphase zu ergänzen, um Aussagen zur Nachhaltigkeit der Modellvorhaben, insbesondere im Hin­ blick auf den dauerhaften Nutzen einer akademischen Qualifikation, die Kostenfolgen im Gesundheitswesen und die Auswirkungen des Aus­ schlusses von Schülerinnen und Schülern mit mittlerem Schulabschluss zu erhalten.

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Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur 30. Abgeordneter Stephan Kühn (Dresden) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Wie bewertet die Bundesregierung die im aktuel­ len Hauptgutachten der Monopolkommission auf­ gezeigten Interessenkonflikte bei der FlughafenEntgeltregulierung, die in der Doppelrolle der Länder als Regulierungsbehörde und Eigentümer der Flughäfen bestehen, und unterstützt die Bun­ desregierung den Vorschlag der Monopolkom­ mission, die Aufsicht über die Entgeltregulierung einer unabhängigen und zentralen Behörde zu übergeben?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Norbert Barthle vom 27. September 2016 Die Bundesregierung legt das Gutachten den gesetzgebenden Körper­ schaften vor und wird gemäß § 44 Absatz 3 des Gesetzes gegen Wettbe­ werbsbeschränkungen zu diesem Gutachten in angemessener Frist Stel­ lung nehmen.

31. Abgeordneter Stephan Kühn (Dresden) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Aus welchen Gründen werden entlang von Bun­ desstraßen keine PWC-Anlagen (PWC – Park­ platz mit WC) errichtet und betrieben, und sind Ausnahmen möglich?

Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Dorothee Bär vom 27. September 2016 Gemäß den „Empfehlungen für Rastanlagen an Straßen“ (ERS, 2011), können die Bedürfnisse der Verkehrsteilnehmer und die Ver­ kehrssicherheit auch an den Bundesstraßen unbewirtschaftete Rastanla­ gen in regelmäßigen Abständen erfordern. Diese sollen an Bundesstra­ ßen nur an Streckenzügen mit einer vorhandenen oder geplanten Länge von mehr als 50 km ohne Ortsdurchfahrt angelegt werden. An auto­ bahnähnlich ausgebauten Bundesstraßen sind Rastanlagen standardmä­ ßig mit einem WC-Gebäude auszustatten. Der Regelabstand beträgt 25 bis 30 km.

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32. Abgeordnete Katrin Kunert (DIE LINKE.)

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Was sind die Gründe, dass die B 190n im Bundes­ verkehrswegeplan (BVWP) 2003 als „Vordringli­ cher Bedarf“, aber im BVWP 2030 nur noch als „Weiterer Bedarf“ eingestuft wurde, und ist nach Kenntnis der Bundesregierung die B 190n jetzt noch Bestandteil der „Hosenträger-Variante“?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 28. September 2016 Im Rahmen der Aufstellung des neuen BVWP wurden alle angemel­ deten Projekte, soweit nicht als „laufend“ (in Bau bzw. Baubeginn bis Ende 2015, konkrete Planung als Öffentlich-Private Partnerschaft) ein­ gestuft, entsprechend der überarbeiteten BVWP-Methodik neu bewertet. Nur so war es möglich, die Vergleichbarkeit der Projekte hinsichtlich ihres Bedarfs herzustellen. Entsprechend den Ergebnissen der Projekt­ bewertungen und -beurteilungen ergab sich dadurch bei einigen Projek­ ten, wie auch im vorliegenden Fall der B 190n, eine andere Einstufung als beim BVWP 2003/Bedarfsplan 2004. Den gesamtwirtschaftlichen Untersuchungen wurde der angemeldete Gesamtstreckenzug B 190 n Anschlussstelle Seehausen (A 14) – B 4 zu­ grunde gelegt. Das aktualisierte Dossier steht unter www.bvwp-projekte.de/ zur Verfügung. Untersuchungen unter Einbeziehung anderer Projekte aus der „Hosen­ träger-Variante“ (A 14, A 39) haben nicht die dadurch erwarteten höhe­ ren verkehrlichen Wirkungen und entsprechenden Nutzen bestätigen können. Die Einstufung des Projektes B 190n in den Weiteren Bedarf erfolgte vorwiegend aufgrund des relativ geringen gesamtwirtschaftlichen Be­ wertungsergebnisses (insbesondere aufgrund der relativ hohen Kosten).

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit 33. Abgeordneter Jan van Aken (DIE LINKE.)

Wie viele Beamte des Bundes mit Dienstort Ham­ burg beantragen nach Kenntnis der Bundesregie­ rung Wohngeld, und wie viele erhalten es (bitte Zahlen für die Jahre von 2012 bis 2015 angeben)?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Florian Pronold vom 29. September 2016 Der Bundesregierung liegen keine Informationen darüber vor, wie viele Beamte des Bundes in Hamburg Wohngeld beantragen bzw. erhalten. § 35 des Wohngeldgesetzes sieht keine Erfassung des Berufs in der Wohngeldstatistik vor.

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34. Abgeordneter Dr. Thomas Gambke (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

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Welche wahrnehmbaren Veränderungen ver­ zeichnet die Bundesregierung seit Einführung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) hinsichtlich § 4 Absatz 1 Satz 2, wonach Elektround Elektronikgeräte, die vollständig oder teil­ weise mit Batterien oder Akkumulatoren betrie­ ben werden können, „so zu gestalten [sind], dass Altbatterien und Altakkumulatoren durch End­ nutzer problemlos entnommen werden können“, und inwiefern sind Sanktionsmöglichkeiten vorgesehen, wenn Hersteller gegen diese Maß­ gabe verstoßen (vgl. www.it-recht-kanzlei.de/festverbaute-akkus.html)?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Florian Pronold vom 28. September 2016 Der Bundesregierung liegen keine Informationen zu den Auswirkungen der erst am 24. Oktober 2015 in Kraft getretenen Regelungen des § 4 Absatz 1 ElektroG vor. Sie kann daher zu der Frage, ob die Regelungen zu „wahrnehmbaren Veränderungen“ beim Produktdesign geführt ha­ ben, keine Aussage treffen. Grundsätzlich ist eine Bußgeldbewehrung nur dann möglich, wenn die entsprechende Vorschrift hinreichend bestimmt ist. § 4 Absatz 1 ElektroG setzt die EU-rechtlichen Vorgaben der Richtlinie 2013/56/EU um und sieht insofern vor, dass Batterien und Akkumulatoren „mög­ lichst so zu gestalten [sind], dass Altbatterien und Altakkumulatoren durch Endnutzer problemlos entnommen werden können“. Vor dem Hintergrund dieser unbestimmten Formulierung ist derzeit eine Buß­ geldbewehrung im ElektroG nicht möglich.

35. Abgeordnete Caren Lay (DIE LINKE.)

Welche Art der Wohnungsbauförderung (beispiels­ weise Neubau, Bestandssanierung oder Eigen­ tumsförderung) wurde nach Kenntnis der Bun­ desregierung mit den Bundesmitteln für den sozi­ alen Wohnungsbau im Jahr 2015 gefördert (bitte nach Art und Bundesländern aufschlüsseln)?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Florian Pronold vom 23. September 2016 Die „Arten“ der Wohnungsbauförderung der einzelnen Länder für das Jahr 2015 sind in der beigefügten Übersicht dargestellt. Die Zahlen ba­ sieren auf eigenen Angaben der Länder. Die Übersicht beinhaltet alle Maßnahmen, die die Länder mit den vom Bund gezahlten Kompensationsmitteln zuzüglich eigener Haushaltsmit­ tel gefördert haben.

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36. Abgeordnete Steffi Lemke (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

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Inwieweit unterstützt die Bundesregierung die Forderung des 33. Deutschen Naturschutzta­ ges 2016 in Magdeburg zur Bildung eines neuen und eigenständigen EU-Fonds für Naturschutz (bitte begründen), und welche Schritte hat die Bundesregierung unternommen, um die in der Naturschutz-Offensive 2020 erwähnte Maß­ nahme „Agrarsubventionen nach 2020 abschaf­ fen – Landwirtinnen und Landwirte für konkrete Naturschutz-Leistungen bezahlen“ umzusetzen?

Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter vom 26. September 2016 Es gibt noch keine gemeinsame Position.

37. Abgeordneter Markus Tressel (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregie­ rung seit 2005 die jährlichen Verwertungsquoten bei der „Gelben Tonne“ im Saarland entwickelt (ohne thermische/energetische Nutzung; ohne Pa­ pier und Glas), und wie viel Prozent des einge­ sammelten Mülls über die „Gelbe Tonne“ geht im Saarland aktuell in die thermische Verwertung?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Florian Pronold vom 29. September 2016 Daten zur Verwertung von Verpackungsabfällen liegen der Bundesre­ gierung nicht differenziert nach Bundesländern vor. Die folgende Tabelle enthält Daten zum Verbrauch und zur Verwertung von Verpackungsabfällen, die bei privaten Endverbrauchern anfallen. Es handelt sich um Daten, die von der GVM – Gesellschaft für Verpa­ ckungsmarktforschung GmbH, Mainz, für das gesamte Bundesgebiet er­ hoben wurden. Die Angaben zu verwerteten Mengen schließen dabei die energetische Verwertung mit ein. Die stofflich verwerteten Mengen sind gesondert ausgewiesen.

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Verbrauch Weißblech stoffliche Verwertung Verbrauch Aluminium Verwertung stoffliche Verwertung Verbrauch Kunststoffe Verwertung stoffliche Verwertung Verbrauch Flüssigkeitskarton Verwertung stoffliche Verwertung Verbrauch WB+ALU+KS+FKN Verwertung stoffliche Verwertung

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kt kt % kt kt % kt % kt kt % kt % kt kt % kt % kt kt % kt %

2005 459,8 417,3 90,7 72,9 56,7 77,8 56,7 77,8 1632,9 821,2 50,3 678,6 41,6 238,2 148,7 62,4 148,7 62,4 2403,8 1443,9 60,1 956,9 39,8

2010 400,5 386,2 96,4 83,5 78,9 94,5 76,8 92,0 1913,0 1883,2 98,4 1072,1 56,0 198,0 190,8 96,3 143,5 72,5 2595,0 2539,1 97,8 1375,9 53,0

2011 413,3 398,1 96,3 85,9 81,4 94,7 79,0 92,0 1978,3 1965,9 99,4 1075,5 54,4 191,9 188,7 98,3 135,3 70,5 2669,4 2634,1 98,7 1375,7 51,5

Berlin, den 30. September 2016

2012 424,6 405,3 95,5 88,4 83,8 94,8 80,2 90,7 1995,3 1987,3 99,6 1130,2 56,6 185,3 183,1 98,8 131,6 71,0 2693,6 2659,5 98,7 1430,4 53,1

2013 417,9 403,7 96,6 90,3 85,0 94,1 81,8 90,6 1951,2 1949,2 99,9 1096,0 56,2 177,1 176,5 99,6 137,3 77,5 2636,5 2614,4 99,2 1405,4 53,3

2014 411,1 394,2 95,9 99,2 93,5 94,3 89,3 90,1 1975,2 1973,7 99,9 1139,1 57,7 176,6 175,7 99,5 135,6 76,8 2662,1 2637,1 99,1 1463,2 55,0

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